Thomas Brantl_Beitragender Investmentanalyst bei FINZTEP_Experte für Immobilien-ETFs.Thomas Brantl - Beitragender Investmentanalyst bei FINZTEP
14. August 2019

Immobilien-ETF - Was genau ist das eigentlich?

Ich glaube, dass es extrem wichtig ist, eine Geldanlage wirklich zu verstehen, bevor man sein hart erspartes Geld dort investiert. Auch wenn der Begriff „ETF“ mittlerweile recht geläufig zu sein scheint: Ich möchte heute einen genauen Blick darauf werfen, wie ein Immobilien-ETF aufgebaut ist, in welcher Form du dich mit ihm an Immobilien beteiligst und welche Vorteile sich daraus für uns Privatanleger ergeben.

 

Immobilien-ETF – ein Korb voller Immobilienunternehmen

Ganz generell kann man sagen, dass ein Immobilien-ETF ein Korb voller börsennotierter Immobilienunternehmen ist – also letztendlich so etwas wie ein Aktienfonds. Nur das eben ausschließlich in Immobilienunternehmen investiert wird.

Im Gegensatz zu einem Aktienfonds wird ein ETF allerdings nicht von einem Fondsmanager zusammengestellt – ein ETF folgt einem Index. Beispielsweise dem FTSE EPRA/NAREIT Developed Dividend-Index. Dieser Index enthält Immobilienunternehmen aus aller Welt – von Europa über die USA bis nach Asien ist alles dabei.

Steigen die im Index enthaltenen Immobilienaktien im Wert, so steigt auch der Index. Und mit ihm der ETF (Tracking Difference mal außen vor gelassen). Oder: Geht es den im Index enthaltenen Immobilien-Unternehmen gut, wird sich das langfristig in steigenden Kursen widerspiegeln – das gilt sowohl für die einzelnen Aktien als auch für den Index und die ETFs, die ihm folgen.

Wichtig zu verstehen: Ein Immobilien-ETF investiert NICHT direkt in einzelne Objekte. Er investiert in eigenständige Unternehmen mit einem eigenen Management, welches in Immobilien investiert und diese bewirtschaftet.

 

Diese Unternehmensformen sind gewöhnlich enthalten

Die in Immobilien-ETFs enthalten Immobilienunternehmen treten meist in zwei Formen auf. Zum einen gibt es „ganz normale“, börsennotierte Unternehmen – Aktiengesellschaften oder SEs (Societas Europaea). Die wohl bekanntesten beiden Vertreter dieser Unternehmensform dürften hierzulande die Vonovia SE und die Deutsche Wohnen SE sein.

Die andere Unternehmensform – die global gesehen deutlich verbreiteter ist – ist die der REITs (Real Estate Investment Trusts). Auch sie sind börsennotiert, auch sie kaufen und verwalten Immobilien. Aber im Vergleich zu herkömmlichen AGs oder SEs verfügen sie über einen entscheidenden Vorteil: Sie genießen in den allermeisten Ländern erhebliche Steuervorteile auf Unternehmensebene.

Nur das wir uns hier nicht falsch verstehen: Mit einem REIT kommst du um deine persönliche Kapitalertragsteuer nicht herum – die musst du natürlich trotzdem an Vater Staat abführen, wenn dein Freibetrag aufgebraucht ist.

ABER: Das Immobilienunternehmen selbst zahlt – wenn es den REIT-Status erhält – auf seinen Gewinn mehr oder weniger keine Steuern. Und das bedeutet: Es bleibt deutlich mehr für uns Anleger übrig! Ein Immobilien-Unternehmen, das den REIT-Status erlangen möchte, MUSS einen gewissen Prozentsatz des Gewinns an seine Aktionäre ausschütten – in den meisten Ländern ungefähr 90 %. Und wenn weniger – oder fast nichts – an den Staat fließt, dann bleibt logischerweise mehr für uns Anleger übrig.

Nun weißt du also, welche Unternehmensformen in Immobilien-ETFs vorkommen – aber was bedeutet das für uns Anleger?

 

3 Vorteile, die ein Immobilien-ETF für Privatanleger beinhaltet

Sowohl Immobilienunternehmen, die als Aktiengesellschaften geführt werden, als auch REITs haben in meinen Augen drei wichtige Vorteile gegenüber einem Investment in einzelne, selbstverwaltete Immobilien: Erfahrenes Management, Diversifikation und eine einfache und unkomplizierte Verwaltung.

 

Erfahrenes Management

Der Vorstand eines Immobilienunternehmens tut den ganzen Tag nichts anderes, als sich mit Immobilien zu beschäftigen. In den allermeisten Fällen bringt er deshalb eine Menge Erfahrung im Immobilienbereich, ein gutes Netzwerk und vor allem Spezialisten für den Kauf und die Verwaltung von Immobilien mit.

Ganz ehrlich – da wird es für uns Privatinvestoren richtig schwierig mitzuhalten! Deshalb macht es meiner Meinung nach durchaus Sinn, über börsennotierte Immobiliengesellschaften vom Know-How der Profis zu profitieren.

 

Diversifikation

Selbst wenn du zwei oder drei Immobilien zur Vermietung dein Eigen nennen kannst: Von Diversifizierung – also einer breiten Streuung deines Kapitals – kann nicht die Rede sein! Zum einen, weil sich diese Immobilien vermutlich alle irgendwo in deiner Nähe befinden werden – was ein regionales Klumpenrisiko darstellt. Und selbst wenn sie sich in verschiedenen Städten Deutschlands befinden – es bleibt dabei: Immobilien in nur einem Land sind ein Klumpenrisiko – besser ist eine weltweite Streuung.

Außerdem fallen vermietete Wohnimmobilien alle ins Segment – was für eine Überraschung – der Wohnimmobilien. Keine Büroimmobilien, keine aus dem Industriesegment. Und auch keine medizinischen Einrichtungen oder Datenzentren.

Hier haben wir dann also das nächste Klumpenrisiko – eines, das sich mit Immobilienkonzerne aus verschiedenen Segmenten umschiffen lässt. Und die finden wir Privatinvestoren gebündelt in Immobilien-ETFs wieder.

 

Einfach und unkompliziert

Eine Immobilie suche, finden, renovieren, finanzieren und schließlich bewirtschaften ist alles andere als einfach und wird definitiv Zeit in Anspruch nehmen – insbesondere im derzeit boomenden, deutschen Wohnimmobilienmarkt.

Viel einfacher und unkomplizierter ist ein Investment in börsennotierte Immobiliengesellschaften – insbesondere wenn du hierfür Immobilien-ETFs nutzt! Wertpapierkennummer eintippen – Betrag festlegen – und schon befindet sich der erste Korb voller Immobilienunternehmen in deinem Depot.

Viel einfacher kann ich mir das investieren in Immobilien wirklich nicht vorstellen!

 

Eine Sache zum Schluss…

So wunderbar ich börsennotierte Immobilienunternehmen auch finde – zum Schluss sei noch ein Wort der Warnung angebracht: Börsennotiert bedeutet täglich handelbar – und das wiederum sorgt in unregelmäßigen Abständen für heftige Kursschwankungen.

Wer langfristig von passiven Immobilieninvestments profitieren möchte, der muss in der Lage sein, diese Kursdellen auszuhalten – ohne am Tiefpunkt zu verkaufen.

Für Anleger, die es auch in solch schwierigen Phasen schaffen, ihrem langfristigen Anlagehorizont treu zu bleiben, könnte sich ein Blick auf Immobilien-ETFs aber definitiv lohnen.

 

 

"Wenn du Angst davor hast zu scheitern, dann wirst du nicht sonderlich weit kommen."

Thomas Brantl_Beitragender Investmentanalyst bei FINZTEP_Experte für Immobilien-ETFs.

Thomas Brantl - Beitragender Investmentanalyst bei FINZTEP

Ich begeistere mich seit mehr als sechs Jahren fürs Investieren – insbesondere Aktien und ETFs haben es mir angetan! Diese Tools nutze ich unter anderem, um in Immobilien zu investieren. Aber auch abseits der Börse bin ich stets auf der Suche nach lukrativen Investments. Mein bevorzugtes Beuteschema: SmallCaps, großartige Unternehmer und Firmenlenker, Wachstumsmärkte und günstige Bewertungen. Dabei gehe ich stets mit einem langfristigen Ansatz an meine Investments heran. Seit 2015 verfasse ich Beiträge über Unternehmen, Investmentstrategien und alles andere, was mit der Börse zu tun hat. Beruflich bin ich im Maschinenbau tätig.

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