Thomas Brantl_Beitragender Investmentanalyst bei FINZTEP_Experte für Immobilien-ETFs.Thomas Brantl - Beitragender Investmentanalyst bei FINZTEP
17. September 2019

Passives Einkommen durch Immobilien – schon für 100 Euro im Monat!

Immobilien sind bekanntlich der Deutschen liebstes Kind – doch nicht jeder kann sich den Eigenkapitalanteil zur Finanzierung einer Mietwohnung leisten. Außerdem stellt eine einzige Immobilie ein ziemlich hohes Klumpenrisiko für uns Privatanleger dar.

Zum Glück muss man sich in der heutigen Zeit nicht gleich eine Wohnung kaufen, wenn man in Immobilien investieren möchte. Denn mit Exchange-Traded-Funds – den sogenannten ETFs – kann man sich schon für 100 Euro im Monat ein passives Einkommen aufbauen!

 

Passives Einkommen – was ist das überhaupt?

Als passives Einkommen bezeichnet man Einkünfte, für die man nicht – oder zumindest fast nicht – arbeiten muss. Es wird also nicht – wie sonst üblich – Zeit gegen Geld getauscht, sondern das Geld arbeitet ohne Dein Zutun für Dich. Ziemlich cool – oder?

Klassische, passive Einkommensquellen sind Zinsen, Dividenden, Mieten oder andere Kapitalerträge. Jedoch kann man sich beispielsweise auch mit einem Blog oder einem Onlineshop ein weitgehend passives Einkommen schaffen – der Phantasie sind im Zeitalter des Internets keine Grenzen gesetzt.

Lass uns nun allerdings wieder zu den klassischen Quellen für passives Einkommen zurückkehren – genauer gesagt zur vielleicht klassischsten Quelle überhaupt: Der Immobilie.

 

Warum sich Immobilien hervorragend für passives Einkommen eignen

Wer sich eine Immobilie kauft und diese dann vermietet, der hat zum einen im besten Fall kaum Arbeit damit – passiv – und gleichzeitig ein solides und verlässliches Einkommen, wenn er das Zusammenspiel aus Kreditzinsen und Mieteinnahmen richtig einsetzt. Immobilien eignen sich damit definitiv sehr gut zur passiven Geldanlage. Soweit die Theorie.

In der Praxis sehe ich allerdings zwei Probleme bei Mietwohnungen: Zum einen ist es derzeit gar nicht so einfach, die passende – sprich rentable – Immobilie zu finden, was die Suche ziemlich aufwendig machen sollte. Zum anderen könnten häufige Mieterwechsel mit der Zeit nervig werden und deine kostbare Zeit auffressen. Das mit dem „passiv“ ist also so eine Sache…

Auf der anderen Seite stellt eine einzelne Immobilie immer auch ein Klumpenrisiko dar: Wenn genau Deine Wohnung plötzlich ein neues Dach braucht, dann wird aus Deinem passiven Einkommen ganz schnell eine aktive Ausgabe!

 

Passives Einkommen mit Immobilien – aber richtig!

Genau an dieser Stelle kommen ETFs ins Spiel – denn mit ihnen hast du a) weder viel Arbeit noch b) dieses bedrohliche Klumpenrisiko. Genau deshalb eignen sie sich besonders gut für kleinere Anlagebeträge. Wenn du wissen willst, was genau ein ETF eigentlich ist, dann kann ich Dir diesen Artikel über Immobilien-ETFs wärmstens empfehlen.

Für alle anderen die Kurzform: Ein ETF bildet einen Index ab – beispielsweise den DAX – und kommt deshalb ohne aktives Management aus. Er rennt schließlich nur dem Index hinterher, dafür braucht’s keinen aktiven Manager. Das macht ETFs, was die Gebühren betrifft, ziemlich günstig – und damit attraktiv. Immobilien-ETFs folgen logischerweise nicht dem DAX, sondern einem Index, in dem ausschließlich Immobilienunternehmen enthalten sind.

Fazit: Mit Immobilien-ETFs lässt sich hervorragend ein passives Einkommen aufbauen – mit wenig Aufwand, breit gestreut und ohne hohen Kapitalaufwand.

 

Passives Einkommen mit 100 Euro monatlich – so könnte es gehen

Doch welche ETFs eignen sich denn nun für den Aufbau eines passiven Einkommens, wenn man 100 Euro im Monat investieren möchte? Ich würde mich für diese Untergange auf die folgenden drei Faktoren konzentrieren.

 

1) Ausschüttend – nicht thesaurierend!

ETFs gibt es generell in zwei Varianten: Die einen schütten ihre Gewinne regelmäßig aus, zahlen uns Anlegern also eine Dividende. Die anderen – die sogenannten thesaurierenden ETFs – behalten all ihre Gewinn ein und reinvestieren sie direkt wieder.

Beide Varianten haben ihre Vorzüge – wenn Du Dir allerdings ein passives Einkommen aufbauen möchtest, dann passen die ausschüttenden meiner Meinung nach besser zu Deinem Ziel.

 

2) Diversifikation

Immobilien lieferten uns Anlegern in den vergangenen Jahrzehnten hervorragende Renditen – allerdings nur, wenn man breit gestreut in sie investiert hat. Das gilt in meinen Augen auch für ETFs.

Insbesondere die großen ETFs – wie beispielsweise der iShares Developed Markets Property Yield – investieren schwerpunktmäßig in den USA. Hier kann es in meinen Augen nicht schaden, mit ein paar ETFs für etwas Diversifikation zu sorgen!

 

3) Gesamtkostenquote TER

Zwar ist die Gesamtkostenquote nicht der einzige Einflussfaktor auf die Rendite eines ETFs – nichtsdestotrotz würde ich mich im Zweifel für den ETF mit der niedrigeren Kostenquote entscheiden. Deshalb sollte man auch einen Blick auf die TER werfen – je niedriger sie ist, desto weniger zwackt sich die Fondsgesellschaft von Deinem passiven Einkommen ab!

 

Mein persönliches Beispiel-Depot für’s passive Einkommen

Wenn ich 100 Euro im Monat für ein passives Einkommen in Immobilien-ETFs stecken würde, dann sähe das bei mir wohl so aus:

 

ETF 1: Think Global Real Estate UCITS ETF

 

Dividendenrendite (Stand: 11.09.2019): 4,83 %

Anlageschwerpunkt: USA (56,6 %)

Gesamtkostenquote TER: 0,25 %

 

Der Think Global Real Estate ETF aus dem Hause VanEck erfreut seine Anleger mit einer üppigen Dividendenrendite und einer niedrigen Gesamtkostenquote – gute Voraussetzungen was unser passives Einkommen betrifft.

Doch wie oben beschrieben, hat dieser ETF einen klaren Schwerpunkt – nämlich die USA. Etwas Diversifikation könnte also nicht schaden!

 

ETF 2: iShares Asia Property Yield UCITS ETF

 

Dividendenrendite (Stand: 11.09.2019): 3,74 %

Anlageschwerpunkt: Japan (33,3 %); Hongkong (32,7 %)

Gesamtkostenquote TER: 0,59 %

 

Dieser ETF investiert ausschließlich in Unternehmen aus Asien, Australien und Neuseeland – ein wunderbares Gegengewicht also zum US-lastigen VanEck-ETF. Interessanterweise ist China übrigens nicht enthalten.

Auch die Dividendenrendite kann sich sehen lassen – einzig die TER ist ein bisschen hoch. Da es in Asien allerdings keine wirkliche Alternative im Immobilienbereich gibt, würde ich das in diesem Fall ohne großen Schmerz in Kauf nehmen.

 

ETF 3: ComStage STOXX Europe 600 Real Estate UCITS ETF

 

Dividendenrendite (Stand: 10.09.2019): 3,29 %

Anlageschwerpunkt: Deutschland (30,2 %); Frankreich (24,3 %)

Gesamtkostenquote TER: 0,25 %

 

Dieser ETF investiert ausschließlich in europäische und in britische Immobilienunternehmen (noch – vielleicht nach dem Brexit nicht mehr). Die Dividendenrendite ist hoch, der Fokus auf Europa sorgt für zusätzliche Diversifikation und die Gesamtkostenquote völlig in Ordnung.

Wer nach einem passiven Einkommen Ausschau hält, kann hier also durchaus einmal einen Blick riskieren!

 

Meine Aufteilung

Da der Think Global im Gegensatz zu den beiden anderen global ausgerichtet ist, würde ich ihn in meinem monatlichen 100 Euro-Sparplan für ein passives Einkommen übergewichten.

50 Euro   Think Global Real Estate ETF

25 Euro   iShares Asia Property Yield ETF

25 Euro   ComStage STOXX Europe 600 Real Estate ETF

 

Mein Fazit zum passiven Einkommen mit Immobilien

Natürlich wirst Du mit diesen 100 Euro im Monat nicht von heute auf morgen zum Privatier – keine Frage. Wenn Du aber Monat für Monat 100 Euro in Immobilien-ETFs steckst, dann wirst Du Dir in ein paar Jahren ein ordentliches, passives Einkommen geschaffen haben!

Wenn wir eine jährliche Verzinsung von 4 % annehmen (Achtung, Prognose – das garantiert uns natürlich niemand!), dann kannst Du Dich in 10 Jahren über jährliche Ausschüttungen in Höhe von 590 Euro und einen Depotwert von knapp 14.800 Euro freuen (bei Wiederanlage der Dividenden).

Wohlgemerkt – wenn der ETF neben seinen Ausschüttungen auch noch im Wert zulegt (nicht unrealistisch, wenn man einen Blick in die Vergangenheit wirft), dann könnte gut gerne sogar noch mehr für Dich dabei rumkommen…

Hinweis: Der Erwerb von Vermögensanlagen, Anteilen oder Aktien an Investmentvermögen, Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten ist mit speziellen Risiken verbunden. In Abhängigkeit von der Art und Ausgestaltung der jeweiligen Kapitalanlage ist ein Totalverlust, mithin der vollständige Verlust der investierten Mittel möglich. Es gilt weiterhin: auch wenn die Renditen der Vergangenheit eine überzeugende Performance aufweisen, sind sie kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

"Wenn du Angst davor hast zu scheitern, dann wirst du nicht sonderlich weit kommen."

Thomas Brantl_Beitragender Investmentanalyst bei FINZTEP_Experte für Immobilien-ETFs.

Thomas Brantl - Beitragender Investmentanalyst bei FINZTEP

Ich begeistere mich seit mehr als sechs Jahren fürs Investieren – insbesondere Aktien und ETFs haben es mir angetan! Diese Tools nutze ich unter anderem, um in Immobilien zu investieren. Aber auch abseits der Börse bin ich stets auf der Suche nach lukrativen Investments. Mein bevorzugtes Beuteschema: SmallCaps, großartige Unternehmer und Firmenlenker, Wachstumsmärkte und günstige Bewertungen. Dabei gehe ich stets mit einem langfristigen Ansatz an meine Investments heran. Seit 2015 verfasse ich Beiträge über Unternehmen, Investmentstrategien und alles andere, was mit der Börse zu tun hat. Beruflich bin ich im Maschinenbau tätig.

Neues aus unserem Blog:

Kostenloser Investment Guide

Jetzt für den Newsletter anmelden und den Immobilien Investment Guide per Mail erhalten.

Über den Newsletter erhältst Du zukünftig Informationen zu unserer Plattform und den Angeboten. Du kannst Deine Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Weitere Informationen findest Du in unserer Datenschutzerklärung.