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Crowdinvesting - Mit kleinen Beträgen in Großes investieren!

In Zeiten von historischen Niedrigzinsen sind Anleger vermehrt auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um ihr Geld gewinnbringend anzulegen und vor realen Minuszinsen zu schützen. Crowdinvesting hat sich hier als moderne und innovative Anlagemöglichkeit bei privaten Investoren als interessante Alternative zunehmend etablieren können. Im Jahr 2018 betrug das Gesamtvolumen der finanzierten Crowdinvesting-Projekte auf dem deutschen Markt ca. 300 Mio. €. Das entspricht einem Anstieg von knapp 50 % im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch handelt es sich bei Crowdinvesting weiterhin um ein Nischenphänomen, betrachtet man das Investitionsvolumen in Investmentfonds. Im vergangenen Jahr investierten deutsche Anleger etwa 160 Mrd. € in verwaltete Investmentfonds.

 

Crowdinvesting wächst weiter

Das Wachstum hat mehrere Ursachen. Einerseits gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Plattformen, die Crowdinvesting-Projekte anbieten und diese auch bewerben. Die Investitionsprozesse sind schlanker und kundenfreundlicher geworden und die Branche konnte insgesamt Vertrauen bei den privaten Anlegern schaffen. Andererseits ist das Vertrauen in die klassische persönliche Vermögensberatung durch Vermittler und Bankberater seit der Finanzkrise nachhaltig gestört, sodass auch private Anleger vermehrt nach Alternativen suchen, wie sie selbstständig und digital ihr Geld anlegen können. Hinzu kommt ein regelrechter Boom im Bereich der Immobilienfinanzierung, die für einen Großteil der Crowdinvesting-Projekte verantwortlich ist.

Im Folgenden finden sich die wichtigsten Informationen rund um das Crowdinvesting als Geldanlage zusammengefasst. Zunächst werden wir jedoch eine Begriffsklärung durchführen, denn Crowdinvesting wird häufig mit dem Begriff Crowdfunding synonym verwendet, obwohl nach heutigem Verständnis eine klare Unterscheidung vorgenommen werden muss.

 

Was ist Crowdfunding im Ursprung?

Crowdfunding wird in der Öffentlichkeit heutzutage als Oberbegriff gebraucht um ein bestimmtes Finanzierungsmodell zu beschreiben, in der eine Vielzahl an Menschen („die Crowd“) ein Projekt finanziell fördert. Diese Projekte können unterschiedlichste Formen annehmen: Produktentwicklungen, Startups, Immobilienentwicklungen und vieles weitere. Zwar kann der Crowdfunder für seine Leistung eine Gegenleistung in Form eines monetarisierbaren Wertes erhalten, das ist aber nicht zwingend gegeben. Die Gegenleistung kann auch einen ideellen oder gemeinnützigen Wert besitzen.

In der Regel werden Crowdfunding-Projekte online organisiert und über digitale Plattformmodelle realisiert. Vermehrt besteht im Vorfeld eine festgelegte Mindestsumme, die eingesammelt werden muss. Diese Mindestsumme muss in einem definierten Zeitfenster erzielt werden, damit das Crowdfunding Erfolg hat und das entsprechende Projekt umgesetzt werden kann.

 

Crowdfunding-Plattformen

Zu den weltweit größten Crowdfunding-Plattformen für kreative Projekte zählt Kickstarter. Im Jahr 2009 ist Kickstarter in den USA gestartet und nimmt mittlerweile auch Projekte aus Deutschland an. Auch Indiegogo ist eine international tätige Crowdfunding-Plattform, auf der durch die globale Crowd, Ideen rund um Kunst und Kultur realisiert werden. Die größte Crowdfunding-Plattform im deutschsprachigen Raum heißt Startnext, hier wird Künstlern, Erfindern oder Social Entrepreneurs die Möglichkeit gegeben, Projekte oder Initiativen vorzustellen.

 

Was ist Crowdinvesting?

Crowdinvesting kann übersetzt werden als Crowdfunding mit Gewinnbeteiligung. Die Crowd wird dementsprechend am dem finanziellen Erfolg des Unternehmens oder des Projekts beteiligt. International ist daher der Ausdruck „equity-based Crowdfunding“ weit verbreitet.

Mittlerweile wird in vielen Wirtschaftsbranchen Crowdinvesting als alternatives oder ergänzendes Finanzierungsmittel zu herkömmlichen Fremdkapitalquellen, wie z.B. Bankkrediten, eingesetzt. Die vielfältigen Einsatzbereiche erstrecken sich von Startups und Immobilien über mittelständische Unternehmen und erneuerbare Energien hin zur Finanzierung von Kunst- und Filmprojekten.

 

Crowdinvesting vs. klassisches Crowdfunding (reward-based Crowdfunding)

Im Gegensatz zum Crowdinvesting erhalten die Unterstützer bzw. die Crowd beim Crowdfunding im engeren Sinne eine nicht-finanzielle Gegenleistung. Hierbei handelt es sich größtenteils um ein Exemplar des Projektergebnisses. Die Crowd tritt also als Vorfinanzierer für eine Projekt- oder Produktentwicklung auf, deren Ergebnis sie dann als „erster Käufer“ selbst nutzen kann.

In der Regel eignet sich diese Art des Crowdfundings eher als Überprüfung für das Marktpotential einer Idee. Daher ist der Begriff reward-based Crowdfunding bzw. Gegenleistungs-Crowdfunding ebenfalls üblich. Somit bietet sich Crowdfunding in erster Linie an, um ein neues Produkt oder Projekt zu entwickeln, wenn die Initiatoren kein Eigenkapital zur Verfügung haben und auch keine Kreditfinanzierung nutzen können oder wollen, da das Erfolgs- oder Gewinnpotential des Projekts noch sehr unklar ist.

 

Besonderheiten des Crowdinvestings für die Anleger

Das Konstrukt Crowdinvesting bietet Anlegern die Möglichkeit, bereits mit kleinen Investitionssummen am ökonomischen Erfolg von Unternehmen oder Projekten zu partizipieren. Einige Crowdinvesting-Plattformen bieten bereits einen Mindestinvestitionsbetrag in Höhe von 5 € an. Häufig besteht für die Crowdinvestoren die Möglichkeit, sich mit den Projekt-Initiatoren direkt auszutauschen, wobei der sehr direkte Charakter dieses Finanzierungsmodells deutlich wird.

Die mit dem Crowdinvestment verbundenen Risiken variieren für den Anleger je nach Gestaltung des Projekts und Gattung der Projekt-Initiatoren. Das Ausfallrisiko bei Startup Crowdinvesting ist beispielsweise eher höher als bei Investitionen in mittelständische Unternehmen, Immobilien oder Infrastrukturprojekte zu erneuerbaren Energien. Auch variiert die Beteiligungsdauer entsprechend der Plattform und der Branche.

 

Beteiligungsformen des Crowdinvesting

Im Kontext von Crowdinvesting fällt häufig der Begriff Mezzanine-Kapital. Es handelt sich hierbei um eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital. In der Regel entspricht der investierte Geldbetrag der Crowd dieser Mischform. Mezzanine-Kapital wird von Banken als Eigenkapital-Ersatz akzeptiert, sodass finanzielle Spielräume erschlossenen und die Eigenkapitalrendite des Projekt-Initiators gesteigert werden können. Somit entsteht das Potenzial für den Initiator, mit dem gleichen Volumen an Eigenkapital auch mehrere Projekte finanzieren zu können, weil er weniger Eigenkapital in die einzelnen Projekt einbringen muss. Der Großteil der Fremdkapitalfinanzierung wird im Regelfall weiterhin von einer Bank gestemmt.

Aufgrund einer gesetzlichen Privilegierung von Crowdinvesting-Projekten im Rahmen des geänderten Kleinanlegerschutzgesetzes setzen die Crowdinvesting-Plattformen vorrangig Nachrangdarlehen als Form von Mezzaninem Kapital ein. Sprich: Die Forderungen der Crowdinvestoren werden nachrangig nach den Forderungen weiterer Gläubiger (wie z.B. Banken) bedient. Somit besteht grundsätzlich das Risiko des Totalausfalls für die Crowdinvestoren, sofern ein Insolvenzfall des Projekt-Initiators eintritt. Dieses Risiko sollte man sich als privater Anleger in einem Crowdinvestment-Projekt entsprechend genau ansehen und beurteilen, ob die zu erwartende Rendite diesem entspricht.

Auch sind die stille Beteiligung und der Erwerb von Genussrechten der Gruppe der Mezzaninen Finanzierunginstrumente zuzuordnen. Diese Beteiligungsformen sind allerdings kaum anzutreffen. Die Relevanz von Eigenkapitalbeteiligungen für Crowdinvesting-Finanzierungen ist ebenfalls aufgrund gesellschaftsrechticher Gründe als gering einzustufen.

Crowdinvesting-Plattformen

Seedmatch hat sich 2011 als erste deutsche Crowdinvesting-Plattform für Startups auf dem Markt etabliert. Nachhaltige Themen werden zum Beispiel von der österreichischen Crowdinvesting-Plattform Green Rocket abgedeckt. Wie vielfältig das Crowdinvesting-Segment ist, bestätigen die Plattformen Marvest für digitale Schiffsinvestments sowie SpaceStarters mit dem Fokus auf Projekten aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt.

Crowdinvesting ist im Besonderen für die Finanzierung von Immobilienprojekten sehr attraktiv geworden. Inzwischen macht das Immobilien-Crowdinvesting etwa 90 % des gesamten Crowdinvesting-Marktes aus.

 

Das Immobilien-Crowdinvesting

Immobilien-Crowdinvesting betrifft die direkte Geldanlage in Grundstücke, im Bau befindliche Gebäude sowie Bestandsimmobilien. Aufgrund der Bündelung geringer Anlagebeträge, wird die Anlageklasse Immobilie so auch für Kleinanleger zugänglich, die keine hohen Beträge anlegen können. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass über Crowdinvesting in ein gezielt ausgewähltes Immobilienprojekt investiert werden kann. Dies wäre bei Offenen Immobilienfonds so nicht der Fall.

In der Regel wird vor der Investition ein fester Zinssatz vereinbart, sodass die Behandlung des Investitionsvolumens, dem eines Kredites gleich kommt. Die Renditen belaufen sich teilweise auf bis zu 7,5 % p.a. Die Laufzeiten der Darlehen liegen bei den Immobilien-Crowdinvestments meist zwischen 1 und 3 Jahren, somit besteht die Möglichkeit, innerhalb einer vergleichsweise geringen Bindungsfrist des angelegten Kapitals, eine Rendite im mittleren einstelligen Bereich zu generieren.

Die Crowdinvesting-Plattformen suchen permanent nach Möglichkeiten, um ihr Angebot für den Privatanleger noch attraktiver zu machen. Auch wird der regulatorische Rahmen für Crowdinvesting vom Gesetzgeber immer wieder angepasst, um dieser jungen Anlageform Rechnung zu tragen. Für die Entwicklung eines oder mehrerer Immobilienprojekte besteht daher nun auch die Möglichkeit für die Projekt-Initiatoren mit ihrer Kapitalgesellschaft, Gelder von Privatanlegern durch die Ausgabe einer Anleihe zu sammeln. Das geschieht über sogenannte Crowdinvesting-Anleihen. Erfahre näheres zu Crowdinvesting-Anleihen hier.

 

Immobilien-Crowdinvesting-Plattformen

In den vergangenen Jahren haben sich einige Plattformen für die Finanzierung von Immobilienprojekten etabliert und konnten Höchstsummen bei Finanzierungsrunden einnehmen. Hierzu gehört unter anderem EXPORO, hier können Anleger bereits mit 500 € einfach und direkt in ausgewählte Immobilienprojekte investieren. ZINSLAND, die Crowdinvesting-Plattform der Hamburger CIVUM GmbH, und iFunded sind ebenfalls prominente Beispiele aus Deutschland.

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