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Besteuerung von Fonds einfach erklärt!

Mit Inkrafttreten der Investmentsteuerreform 2018 wurde auch die Besteuerung von Fonds novelliert. Das Hauptelement der Reform betrifft die Abschaffung der Steuertransparenz der Immobilienfonds. Was das für die Besteuerung aufseiten des Anlegers bedeutet, erfährst Du im Folgenden.

Informiere Dich vorab über die Besonderheiten Offener Immobilienfonds und Geschlossener Immobilienfonds.

Bis 2018 mussten Anleger eine Abgeltungsteuer in Höhe von 25 % auf die erhaltenen Fondserträge zahlen. Eine Besteuerung auf Fondsebene fand dementsprechend nicht statt. Dieser Umstand hat sich jedoch geändert: Immobilienfonds unterliegen nun direkt der Körperschaftssteuer in Höhe von 15 %. Bei Immobilienfonds gilt diese Steuer im Besonderen für die wesentlichen Einnahmequellen der Fonds – Dividenden, Mieterträge und Gewinne aus der Veräußerung von Immobilien.

Besteuerung der Offenen Immobilienfonds

Anteile an Offenen Immobilienfonds sind Wertpapiere. Die Ausschüttungen zählen daher steuerlich zu den Einkünften aus Kapitalvermögen und werden mit der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 % besteuert. Zwar kann nun angemerkt werden, dass bei den Anlegern durch die zweistufige Besteuerung weniger ankommt, allerdings erscheinen jetzt Entlastungen an anderer Stelle. Das Prinzip der Teilfreistellung bewirkt, dass die Abgeltungsteuerlast reduziert wird. Die Höhe der Reduzierung steht in Abhängigkeit zu der Art des Fonds: Bei Offenen Immobilienfonds sind 60 Prozent der Ausschüttungen steuerfrei, das gilt beispielsweise für den Immobilienfonds WERTGRUND WohnSelect D. Bei Offenen Immobilienfonds mit Auslandsschwerpunkt sind sogar 80 % steuerfrei. Hierfür muss der Fonds dauerhaft mindestens 51 % des Fondsvermögens in ausländische Immobilien oder Auslands-Immobiliengesellschaften investiert haben. Als prominentes Beispiel hierfür ist der 3,5 Mrd. Euro schwere UniImmo Global von Union Investment zu nennen. Die Einkünfte sind grundsätzlich unabhängig davon zu versteuern, ob diese ausgeschüttet oder thesauriert werden. Verluste aus dem Verkauf von Immobilienfonds sind aufgrund der Verlustverrechnungsbeschränkung aus dem Jahr 2009 nicht mit positiven Einkünften aus anderen Einkunftsarten verrechenbar.

Was sich zunächst kompliziert anhört, ist alles in allem eine Vereinfachung für den Anleger. Die Immobilienfonds gelten als steuervereinfacht, bedeutet, dass die Depotbank die zu zahlende Steuer berechnet und sofort einbezieht. Wichtig ist, dass ein Freistellungsauftrag bei der entsprechenden Bank vorliegt, um von dem Sparerfreibetrag zu profitieren. Der Freibetrag liegt bei ledigen Anlegern bei 801 Euro und bei Ehepaaren bei 1.602 Euro.

Besteuerung der Geschlossenen Immobilienfonds

Die steuerliche Behandlung der Einkünfte aus Geschlossenen Immobilienfonds steht in Abhängigkeit zu der Rechtsform der Fondsgesellschaft. Handelt es sich um eine GbR, werden Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt. Handelt es sich um eine KG oder GmbH & Co. KG, werden Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielt. Im Gegensatz zu den Offenen Fonds wird somit die Besteuerung der Geschlossenen nicht auf Basis der Abgeltungssteuer vorgenommen, sondern auf Basis der Einkommensteuer. Die Besteuerung erfolgt dann zu dem persönlichen Steuersatz.

Bis 2005 eigneten sich Geschlossene Immobilienfonds noch als Steuersparmodelle mit anfangs hohen Verlustzuweisungen. Dennoch können Geschlossene Immobilienfonds ihren Anlegern noch Steuervorteile auf anderen Wegen bieten. Möglich ist weiterhin das Vortragen negativer Einkünfte, die dann später mit positiven Einkünften in der gleichen Einkunftsart verrechnet werden können. Zudem sind Veräußerungsgewinne bei dem Verkauf von Fondsimmobilien nach 10 Jahren für Anleger steuerfrei. Investiert der Fonds in ausländische Immobilien, mit deren Staat Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat, müssen die Erträge im Ausland versteuert werden. Meistens können die Gesellschafter dann von günstigeren Steuern und Freibeträgen profitieren.

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