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Gehaltsverhandlungen: 5 Verhandlungstipps für Frauen

Mir persönlich macht die Vorstellung eine Gehaltsverhandlung zu führen große Angst. Einen angemessenen Preis für die eigene Arbeitskraft auszuhandeln und der Spagat zwischen Forschheit und Freundlichkeit, ist ein Balanceakt. Selbstbewusst hinter dem zu stehen, was man verlangt, ist keine einfache Aufgabe. Allerdings gibt es ein paar Tipps, die Uns für die nächsten Gehaltsverhandlungen fit machen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob Du als Berufseinsteigerin, Nachverhandlerin oder Freelancerin in Erscheinung trittst.

Den eigenen Wert selbstbewusst einfordern

In der Regel sind “Preise” in nahezu jeder Branche sehr subjektiv. Insbesondere stehen Freiberuflerinnen vor der Hürde, die eigene Arbeitsleistung zu bepreisen. Oftmals sind in Nischen keine Branchenkennzahlen verfügbar. Egal wie die Gehaltsverhandlung aussieht, wichtig ist, dass Du Deine Marktsituation einschätzen kannst. Es zählen Fakten, Fakten, Fakten. Diese bilden das Fundament, auf denen Deine Gehaltsvorstellung beruht und das Dir im Gespräch, auch nicht durch den tollsten rhetorischen Trick, genommen werden kann.

Stelle Dir beispielsweise folgende Fragen:

Welche Einstiegsgehälter sind in meiner Branche üblich?

Welche Sonderkosten entstehen z.B. durch einen Umzug?

Wie hoch sind in die allgemeinen Lebenshaltungskosten im entsprechenden Bundesland?

Wie viele Stunden müssen aufgewendet werden?

Welches einzigartige Leistungsversprechen bietest Du?

Sobald eine Gehaltsvorstellung rationalisiert werden kann, strahlt man im Verhandlungsgespräch eine andere Zuversicht aus. Verzage vor allem nicht, wenn Dein Wunschgehalt abgeschmettert wird. Frage zum Beispiel stattdessen nach einem Diensthandy, einem Firmenwagen, Gutscheine für das Mittagessen oder Zuschüsse zu technischen Geräten. Vielleicht sieht die Welt danach schon anders aus.

Gehaltsverhandlungen_Laptop vor Fenster, Stift und Block

Hier kann sich in einem ersten Schritt erkundigt werden:

Aktuelle Gehälter pro Branche

Einstiegsgehalt von Berufseinsteigern 

Mietpreise in den Bundesländern

Lebenshaltungskosten im Städtevergleich

 

Schuldgefühle sind für die Mülltonne

Es ist kein Geheimnis, dass sich viele Frauen schlecht dabei fühlen, ihren eigenen Wert zu bestimmen und diesen auch zu verlangen. Aber warum zur Hölle ist das so? Sicherlich gibt es auch viele Männer, die Schuldgefühle verspüren, wenn sie angehalten sind, ihren Wert zu nennen. Dennoch ist hier eine entscheidende Lücke zwischen Männern und Frauen zu erkennen. Diese Lücke ist besonders brisant in Arealen, die von Frauen gerade noch erobert werden: Freelancer-Geschäfte, Startups etc.

Frauen neigen eher dazu, eine leichte Gehaltserhöhung oder einen ersten Vorschlag anzunehmen, um nicht unhöflich bzw. anmaßend zu erscheinen. Doch wir müssen verhandeln! Wir können nicht davon ausgehen, dass uns jemand automatisch das beste Angebot macht. Nicht zu verhandeln, lässt uns finanziell zurückfallen und das kann nicht länger der Fall sein.

Also kommen wir jetzt zu den 5 Tipps für Gehaltsverhandlungen. Sie helfen hoffentlich dabei, an dem eigenen Wert festzuhalten, ohne sich schlecht und – sind wir doch ehrlich – „bitchig“ zu fühlen.

 

Gehaltsverhandlungen_Bühne

 

5 Tipps für Gehaltsverhandlungen

Tipp 1)     Für Gehaltsverhandlungen ist immer Raum

Frauen befolgen gerne Regeln. Das hat definitiv seine Vorteile, aber auch große Nachteile. Denkt man nur einmal an den Straßenverkehr. Ich für meinen Teil habe schon Angst, wenn ich nur einmal 3 Minuten im Halteverbot stehe, um einen Brief wegzubringen. Das erstreckt sich auch auf Jobs und Unternehmen.

Häufig ist es immer noch der Fall, dass Frauen sehr talentiert darin sind, Dinge für bare Münze zu nehmen, sich „ladylike“ zu verhalten und im Stillen das zu tun, was uns gesagt wird.

Sätze wie „Wir haben keinen Verhandlungsspielraum!“ oder „Ein besseres Gehalt gibt es nicht, keine weitere Notwendigkeit zu verhandeln!“ schrecken uns leicht ab, ein Großteil der Männer hingegen fühlt sich jetzt erst angestachelt und verhandelt dennoch. Also was lernen wir: Es ist immer Zeit und Raum zum Verhandeln! Denn sind wir doch einmal ehrlich – Unternehmen planen ein zusätzliches Budget ein für Verhandlungen und Erwartungen.

Außerdem haben Frauen einen entscheidenden Vorteil: Charme, Empathie und ein gesundes Bauchgefühl. Vertraue auf diese drei Dinge auch im Rahmen von Gehaltsverhandlungen.

Tipp 2)     Vermittle Deinen tatsächlichen Wert

Der erste Schritt hierfür wurde bereits gemacht: Recherchieren! Die gewonnenen Erkenntnisse und Fakten sind notwendig, um unser Selbstvertrauen zu verankern und ein wasserdichtes Fundament zu schaffen.

Es ist aber auch wichtig, dass Du Deinen eigenen Wert kennst, den du gegenüber den üblichen Industriestandards mitbringst. Diesen richtig zu vermitteln, das ist die Krux. Andere Bewerber werden sich nämlich auch ein gesundes Fundament schaffen.

Also, es ist an der Zeit. Bringe Dein einzigartiges, selbstbewusstes Licht zum Leuchten! 😉 Diese Besonderheit, die Du mitbringst, ist Dein Alleinstellungsmerkmal und quasi Deine Waffe. Wenn Du Dich für eine Position entschieden hast, stelle Dir die Frage: Welche spezifischen und einzigartigen Eigenschaften bringe ich in den Job ein, die über die Standardanforderungen hinausgehen? Fällt die Entscheidung als Freiberuflerin oder Unternehmerin zu agieren, stelle Dir die Frage: Auf welche Nische konzentriere ich mich? Wie gebe ich meinen Kunden das Gefühl etwas Besonderes zu sein?

Tipp 3)    Finde heraus, was gewollt wird

Bevor Du in Gehaltsverhandlungen gehst, stelle Dir folgende Fragen:

Wie kann ich meine Arbeitsleistung verbessern? 

In welchen Tätigkeitsfeldern könntest Du noch Deine Expertise einsetzen?

Was willst Du in den nächsten 1-3 Jahren erreichen?

Wenn Du in eine Verhandlung einsteigst, kannst Du durch die Beantwortung dieser Fragen leicht die Jobbeschreibung erweitern. Zeige, was Du erreichen möchtest und vor allem wie der Prozess dahin aussieht. Mache Dich sozusagen unentbehrlich und suggeriere durch Deinen Plan, dass Du das Leben aller verbessern kannst. Dadurch können die Personaler sich nicht vorstellen, jemand anderen anzuheuern und zahlen den von dir vorgegeben Gehaltsrahmen.

Also: Recherchiere, sei kreativ und lege einen unbestreitbaren Plan vor, dann hast Du alle im Sack!

Tipp 4)     Achte auch Deine Körperhaltung

Bevor Du in ein Verhandlungsgespräch gehst, ist es wichtig, dass Du Vertrauen in Deinen eigenen Körper hast. Eine aufrechte und angespannte Körperhaltung weckt Gefühle und verändert etwas in uns. Dafür reichen 2 Minuten in einer “Hochleistungspose” aus. Du wirst zuversichtlicher und die Risikobereitschaft steigt. Unser Körper verändert den Verstand, unser Verstand verändert das Verhalten und das Verhalten ändert das Endergebnis.

Tipp 5)     Wer zuerst spricht, verliert

Endlich ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Du Deinen Wert aussprichst. Du warst professionell und gleichzeitig beharrlich. Du konntest Empathie zeigen und im gleichen Zuge logische Argumente und Prozessschritte hervorbringen. Jetzt heißt es allerdings abwarten und sich auf die Zunge zu beißen. Es kann durchaus passieren, dass eine unangenehme Stille eintritt, aber gerade jetzt muss Geduld aufgebracht werden. Dein Gegenüber ist nun am Zug.

Gut möglich, dass dieser weitere Argumente hervorbringt, sich in der Mitte mit Dir treffen möchte oder sogar Dein Wunschpreis annimmt. Sollte es dazu nicht kommen, ist es nicht an der Zeit aufzugeben. Schlüssel Deine Argumentation noch einmal auf und mache Gegenvorschläge (beispielsweise andere Vergütungskomponenten) und gehe flexibel auf Dein Gegenüber ein. Verhandlungen können in mehreren Schleifen erfolgen und das ist völlig normal. Es ist fast ein bisschen wie auf einem Basar. Das wichtigste ist: Habe keine Angst Deinen Gegenüber zu verärgern. Sie erwarten nämlich, dass Du verhandelst und das aktive Gespräch suchst!

 

Gehaltsverhandlungen_Anstoßen mi Weingläsern

 

Gehaltsverhandlungen als notwendigen Bestandteil ansehen

Ich hoffe, dass ich verständlich machen konnte, dass Verhandlungen einfach dazugehören. Wie bei fast allem im Leben zählt auch hier eine gute Vorbereitung und ein unerschütterliches Fundament. Das Selbstbewusstsein kommt dann mit der Zeit ganz allein. Wichtig ist, dass nicht einfach das erst beste Angebot akzeptiert wird. Die Angst als fordernd und anmaßend aufzutreten, haben viele. Doch für den eigenen Wert einzustehen, kann Deine potenziellen Arbeitgeber doppelt von Dir überzeugen. Empathie, Bauchgefühl und Willensstärke sind hierbei wichtige Bestandteile, die sicherlich bereits in Dir schlummern. Jetzt ist es nur noch an der Zeit Deine Mitmenschen das wissen zu lassen.

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